Freitag, 11. März 2022

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, dass in Tschernihiw eine wichtige Wasserleitung durch Beschuss beschädigt worden sei. In der Folge sei die Großstadt mit knapp 280.000 Einwohnern ohne Wasserversorgung. Selenskyj: Entführung von Bürgermeister ein "Zeichen der Schwäche"

 Die Kriegsnacht im Überblick

Russische Offensiven bei Kiew - Luftangriffe unweit von Polen

aec29dd9f60ed7dd27537d3232ee9733.jpg

Die Stadt Mariupol stand in der Nacht erneut unter Beschuss.

(Foto: dpa)



Die russische Offensive gegen Kiew kann "Teilerfolge" verbuchen - das bestätigen sogar ukrainische Behörden. Putins Truppen scheinen sich immer mehr in Richtung Westen zu wagen. Selenskyj verurteilt die Entführung von Bürgermeistern. Die Kriegsnacht im Überblick und ein Ausblick auf den Tag.

In Russlands Krieg gegen die Ukraine gerät die Hauptstadt Kiew wieder stärker ins Visier. Auch aus dem Westen des Landes unweit der Grenze zu Polen werden weitere Luftangriffe gemeldet. Bei den Sorgen um die Atomruine Tschernobyl sowie einen Forschungsreaktor in der Ostukraine gibt es unterdessen vorerst Entwarnung.

Ukraine: Russische Offensiven nahe Kiew "teils" erfolgreich

Rund um Kiew gebe es russische Offensiven an der nördlichen Stadtgrenze bei Sasymja und in südlicher Richtung bei Wyschenky, teilte der ukrainische Generalstab mit. Diese Offensiven seien in einigen Bereichen teils erfolgreich. In der Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht zu Samstag mindestens drei Mal Flugalarm ausgelöst. Laut CNN war in der Stadt aus der Ferne am Samstagmorgen "minutenlanger" Beschuss zu hören.

Neue Luftangriffe auch im Westen der Ukraine

Strategische Bomber der russischen Luftwaffe sollen Marschflugkörper in den Städten Luzk, Iwano-Frankiwsk und Dnipro eingesetzt haben. Luzk und Iwano-Frankiwsk befinden sich nördlich und südlich der Stadt Lwiw unweit der polnischen Grenze. In der Nacht zum Freitag hatte Russland seine Angriffe auf den Westen der Ukraine ausgeweitet. Angriffe mit Raketen wurden auch aus dem südukrainischen Mykolajiw gemeldet. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Nach ukrainischen Militärangaben versuchen russische Truppen, die nordostukrainische Stadt Tschernihiw aus südwestlicher Richtung zu blockieren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, dass in Tschernihiw eine wichtige Wasserleitung durch Beschuss beschädigt worden sei. In der Folge sei die Großstadt mit knapp 280.000 Einwohnern ohne Wasserversorgung.

Selenskyj: Entführung von Bürgermeister ein "Zeichen der Schwäche"

Selenskyj forderte in einer Videoansprache die Freilassung des Bürgermeisters der von russischen Truppen besetzten Stadt Melitopol. Druck auf Bürgermeister oder ihre "physische Eliminierung" werde Russland nicht dabei helfen, ukrainische Städte zu übernehmen. Ein derartiges Vorgehen sei ein "Zeichen der Schwäche" Russlands. Kiew hatte am Freitag erklärt, dass der Bürgermeister des südukrainischen Melitopol, Iwan Fedorow, entführt worden sein soll. Dies ließ sich nicht unabhängig überprüfen. In einem Video war zu sehen, wie Vermummte einen Mann aus einem zentralen Gebäude mitnehmen.

US-Präsident Biden: Wir müssen Dritten Weltkrieg verhindern

Eine direkte militärische Konfrontation in der Ukraine zwischen dem US-Militär und den russischen Streitkräften muss nach Ansicht von Präsident Joe Biden verhindert werden, damit es nicht zu einem "Dritten Weltkrieg" kommt. Das US-Militär und die Nato-Partner werden "jeden Zentimeter" des Bündnisgebiets geeint und "mit voller Macht" verteidigen, schrieb Biden bei Twitter. "Aber wir werden in der Ukraine keinen Krieg mit Russland führen. Eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland ist der dritte Weltkrieg - und etwas, das zu verhindern, wir uns bemühen müssen", schrieb der Demokrat. Die Ukraine ist kein Nato-Mitglied.

Strom am ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl läuft teils wieder

Am ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl gelang es Technikern, einen Teil der Stromleitungen zu reparieren. Das berichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien unter Berufung auf den ukrainischen Betreiber. Die Stromversorgung für die Kühlung von Brennelementen wurde am Mittwoch unterbrochen. Die IAEA sah aber kein Sicherheitsproblem. Notstromgeneratoren liefern dort Strom. Trotz der schwierigen Lage sei es gelungen, dafür mehr Diesel anzuliefern.

Nach Forschungszentrum-Schäden in Charkiw: Keine erhöhte Strahlung

Nach dem von der Ukraine gemeldeten erneuten Beschuss eines nuklearen Forschungszentrums in der ostukrainischen Stadt Charkiw gibt es Entwarnung. Es seien keine Schäden festgestellt worden, die die Strahlensicherheit beeinträchtigten, hieß es in einer Mitteilung des ukrainischen Parlaments zur Lage der Atomanlagen. Auch die Stromversorgung sicherheitsrelevanter Systeme sei wiederhergestellt. Vom russischen Militär kam am Freitagabend der Vorwurf, ukrainische Kräfte hätten ein Gebäude des Forschungszentrums "gesprengt", um "Nuklearforschung zu verbergen".

Frankreich: Weitere Beschränkungen für Moskau bei Interpol möglich

Frankreich hält eine Sperrung des Zugangs Russlands zu Interpol-Mechanismen für möglich, nachdem für russische Ermittler bereits Einschränkungen eingeführt wurden. Russische Behörden können keine Anfragen mehr direkt an die Mitgliedsländer verschicken, sondern nur über die Interpol-Zentrale. Dies sei beschlossen worden, um einen Missbrauch des Systems rund um den Ukraine-Krieg zu verhindern. Das französische Ministerium teilte am Freitag mit, es gebe bereits den Verdacht mehrerer solcher Missbrauchsversuche.

MEHR ZUM THEMA

Das wird am Samstag wichtig

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock will sich im an die Ukraine grenzenden Moldau über die Lage der Kriegsflüchtlinge informieren. Sie wolle sich ein direktes Bild machen, um zu klären, wie Deutschland Moldau in dieser Ausnahmesituation noch umfassender unterstützen könne, sagte die Grünen-Politikerin vor dem Abflug. "Wir werden nicht zulassen, dass die von Russland verursachten Schockwellen auf weitere Länder in Europa überschwappen."

Quelle: ntv.de, cls/dpa

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Gabon Bonds Post Biggest Selloff in Year After IMF Flags Debt Woes By Ray Ndlovu April 15, 2026 at 1:22 PM GMT+2 Save Translate Listen 2:20 Takeaways by Bloomberg AI Hide Gabon’s dollar bonds sold off after the International Monetary Fund’s latest report indicated the country is facing worse budget pressures than expected. The country's dollar-denominated bonds were the worst performers across emerging markets, with its notes due in 2031, 2031, and 2029 shedding more than 2.5 to three cents. The IMF report projected Gabon’s deficit at 10% this year, compared to last year’s 8.5%, with the gap expected to widen further to 11.2% in 2027 and to 12% in 2028. Gabon’s dollar bonds sold off the most in more than a year after the International Monetary Fund’s latest report indicated the country is facing worse budget pressures than expected. The central African nation’s three dollar-denominated bonds were the worst performers across emerging markets on Wednesday, bucking positive sentiment spurred elsewhere by hopes of a peace deal in the Middle East. Its notes due February 2031 fell more than three cents to trade at 84.97 cents on the dollar as of 12:15 a.m. in London, according to CBBT composite pricing. The yield jumped to 10.7%, having fallen into the single digits earlier this week for the first time since late 2024. Securities maturing July 2031 and in 2029 shed more than 2.5 cents, while Gabon’s yield spread over Treasuries widened by 86 basis points to 760 basis points, according to indicative intraday data from a JPMorgan Chase & Co index. Gabon's Dollar Bond Drops on Budget Fears Bonds had risen on higher oil, IMF deal hopes Note: CBBT composite pricing data used Source: Bloomberg The selloff follows the release of the IMF’s World Economic Outlook report which showed a worsening financial position in Gabon. While Gabon — a member of the Organization of the Petroleum Exporting Countries — benefits from higher oil prices, the report projected the country’s deficit at 10% this year, compared to last year’s 8.5%. The gap is expected to widen further to 11.2% in 2027 and to 12% in 2028, according to the IMF. These projections are wider than what Gabon had previously revealed, said Leo Morawiecki, an emerging markets analyst at Abrdn Investments Ltd. He noted that the new projections come shortly after Gabon formally requested an IMF program, and confirm investors’ fears it had been underclubbing its budget woes. “I always thought they were under reporting their fiscal and debt numbers,” Morawiecki said. “Gabon is now being transparent in the hope it will get them an IMF deal.” Read: Gabon’s Dollar Bonds Rally After Country Seeks New IMF Program Gabon is due to hold discussions about its financing program at this week’s IMF/World Bank Spring Meetings. President Brice Oligui Nguema had instructed his finance minister Thierry Minkoto in February to speed up efforts to secure the program over the next three months. The Next Africa newsletter runs every weekday. Sign up here for the newsletter, and subscribe to the Next Africa podcast on Apple, Spotify or anywhere you listen.bon

  Gabon Bonds Post Biggest Selloff in Year After IMF Flags Debt Woes By  Ray Ndlovu April 15, 2026 at 1:22 PM GMT+2 Save Translate Listen 2:...